Hallo, ich bin Ingmar, 42 Jahre jung und wohne in Sülstorf (M-V). Der gemeinsame Austausch im Sinne eines Asatru Networks ist mir wichtig, denn zusammen macht es mehr Spaß.
Nun ist es wieder so weit. Wenn die Frühlingssonne zur Ostara-Tagundnachtgleiche das Land erwärmt, wird das Nerthus-Idol ans Licht gebracht. Die heilige Figur der Erdgöttin hat den Winter im Verborgenen verbracht – wie die Samen, die nun aus der Erde sprießen. Jetzt steht Nerthus Rückkehr aus der Erde ins Heiligtum wieder an.
Rückkehr aus der Dunkelheit – Nerthus kommt wieder ans Licht
Nerthus, die uralte Göttin der Fruchtbarkeit und des Friedens, wurde einst in festlichen Prozessionen verehrt. Ihr Wagen, mit Tüchern verhüllt, wurde durch das Land gefahren, um Segen und Wachstum zu bringen. Wenn ihr Idol zu Ostara wieder an die Oberfläche kommt, ist es, als würde die Erde selbst erwachen und ihre Lebenskraft erneut spenden.
Die Erde erwacht zu neuem Leben; es ist Zeit die Hände ins Erdreich zu graben und ihre Kraft zu fühlen und zu riechen
Die Rückkehr des Idols symbolisiert den Kreislauf des Lebens: Das, was im Dunkel ruht, kehrt mit neuer Kraft zurück. Es erinnert daran, dass die Verbindung zwischen Mensch, Natur und den alten Göttern niemals verloren geht – sie muss nur immer wieder ans Licht geholt werden.
Einkehr ins Heiligtum nach dem Rundgang. Diese Art von Idol, aus einer natürlich gewachsenen Astgabel geschnitzt, galt in alten Kulturen als Symbol der Verbindung zwischen Himmel und Erde. Zeichen für den ewigen Zyklus von Verbergen und Wiederfinden.
Durch die geöffnete Pforte wird das Idol durch den mit Efeu bewachsenen Rundbogen über die Steinschwelle getragen. Vor dem Hörgr habe ich ein kleines Loch gegraben, in das wir unsere Opfergaben legen. Später werden sie dann mit Erde bedeckt. Das Idol bleibt bleibt nun den gesamten Frühling und Sommer (bis zum Herbst) im Heiligtum.
Blick aus dem Heiligtum in Richtung Haus und Garten
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine Zeit voller Licht, Neubeginn und frischer Energie! Möge das Gleichgewicht zwischen Tag und Nacht jedem die nötige Kraft und den Ausgleich bringen – und mögen Wachstum, Freude und Erneuerung Dein Leben bereichern. Frohes Ostara.
Rings aufleuchtend und in ein helles Kleid gehüllt, unsterbliche Göttin auf lichtem Wagen. Uralt, doch immer jung, allen Wesen zugewandt bringst hervor das aufsteigende Licht.
Frühlingsstürme, Schnee, Regen und Sonnenschein – die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf. Jetzt fängt das Samenkorn an, aus dem dunklen Grund zu sprießen und sichtbar zu werden. Die Weiden und Hasel blühen und die ersten Frühlingsboten, Schneeglöckchen und Schlüsselblumen, zeigen sich in ihrer zarten Schönheit. Der Frühling gewinnt an Kraft und alles fängt an zu wachsen.
Naturerwachen…
Ostara ist das Fest des Frühlings, das zur Tagundnachtgleiche um den 20. März gefeiert wird. Es markiert den Moment, an dem Tag und Nacht gleich lang sind und symbolisiert das Erwachen der Natur aus dem Winterschlaf. Benannt nach der germanischen Frühlingsgöttin Ostara, steht dieses Fest für Erneuerung, Fruchtbarkeit und den Kreislauf des Lebens.
Mit dem zunehmenden Licht kehrt Sóls Sonnenwärme in unsere Welt Midgards zurück, die ersten Blumen blühen und Tiere erwachen aus ihrem Winterschlaf. Es ist eine Zeit des Neubeginns, in der Samen gesät werden – sowohl in der Erde als auch im übertragenen Sinne in unserem Leben. Traditionen wie das Färben von Eiern, das Entzünden von Feuern oder das Schmücken mit Frühlingsblumen sind mit diesem Fest verbunden. Vor allem aber erinnert uns Ostara daran, dass nach jeder Dunkelheit neues Licht kommt und wir stets die Möglichkeit haben, neu zu beginnen.
In der frühen Ostara-Morgensonne im wiedererwachenden Torfmoor
Odin, Allvater und Weiser, Herr der Runen und Hüter der Geheimnisse, dein Auge reicht über alle Welten, deine Weisheit durchdringt Raum und Zeit.
Du, der du am Weltenbaum hingst, neun Nächte in Opfer und Schmerz, um das Wissen der Runen zu erlangen, lehre mich ihre wahre Kraft.
Leite mich auf den Pfaden der Erkenntnis, öffne meinen Geist für das Verborgene, schenke mir Einsicht in das Schicksal, und den Mut, eigene Wege zu gehen.
Vater der Stürme, Herr der Schlachten, gewähre mir Klugheit im Kampf des Lebens, Wortgewandtheit in Rat und Rede, und die Stärke, mich selbst zu erkennen.
Möge dein Rabe Hugin mich lehren zu denken, und Munin mich erinnern an das Wahre, damit ich weise handle und tapfer stehe, im Angesicht von Schatten und Licht.
Weiser Wanderer, Lenke meinen Geist, stärke mein Herz, auf dass ich mit Weisheit wandle, und ehrenvoll handle!
Ihr schönen Eisigen im Frostgewand, schont weder Kraut noch Gras! Was ihr berührt mit eis’ger Hand, wandelt ihr in starres Glas. Wege und Wiesen sind zugedeckt, und der Himmel selbst verhangen, Alle Steine sind versteckt, alle Weiten eingegangen. Und Nerthus verharrt auf Wiederkehr.
Nicht ohne Grund nannte man den ersten Monat im Jahreskreis Hartung, den Eismond – die Zeit der Kälte und des hartgefrorenen Schnees. Doch schaut der Monat Januar (benannt nach Janus, dem doppelgesichtigen Gott des Aus- und Einganges) nach zwei Seiten, nämlich vorwärts und rückwärts, also mit einem Gesicht ins neue, mit dem anderen ins alte Jahr.
Hellgrün der Übergang in den neuen Jahreskreis
Und somit verbindet sich mit dem Eintritt in den neuen Jahreskreis auch der dringende Rat zu überlegen, was man erreichen möchte und wonach man trachtet. Übrigens ein altes und etymologisch schönes Wort = trachten als „bestrebt sein, beabsichtigen, etwas Bestimmtes zu erreichen, zu erlangen suchen“, althochdeutsch trahtōn, altsächsisch gitrahton als „betrachten, nach etwas streben“ altenglisch trahtian „erklären, erörtern, betrachten“ und entlehnt aus lateinisch tractāre „behandeln, betreiben, sich mit etwas beschäftigen“. Kurzum welche Ziele man sich persönlich vornimmt, um den Keim für Glück und Wohlergehen zu setzen.
Heil und Wohlergehen im neuen Jahreskreis
Denn so ist der altnordische Ausdruck „til árs ok friðar – heill í nýju ári“ zu erklären, der wörtlich übersetzt „für Jahr und Frieden – Glück im neuen Jahr“ bedeutet und als traditioneller heidnischer Segenswunsch verwendet wurde, um ein gutes und heilvolles neues Jahr und Frieden für die kommende Zeit zu wünschen.
heill bedeutet Glück, Wohlstand und Gedeihen
ár bedeutet Jahr und symbolisiert in diesem Zusammenhang ein fruchtbares, glückliches Jahr
friðar ist der Genitiv von friðr , was Frieden bedeutet
Der vollständige Satz lässt sich sinngemäß so interpretieren: Möge das neue Jahr fruchtbar, friedlich und heilbringend sein.
Disen und Alfen in der nordischen Mythologie
Daher passt jetzt auch gut in die Zeit, den vielschichtigen Wesen der Alfen und Disen etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Traditionell wurde ihnen speziell an den Übergängen der Vegetationszeit, also der Zeit zwischen Winter und Frühjahr und der Zeit zwischen Herbst und Winter Verehrung entgegengebracht. Wobei die Alfen häufig als die ursprünglichen Bewohner/Besitzer eines Grundstücks, Hofes, Gartens, Land- oder Waldstücks angesehen wurden. Und Disen galten als weibliche Schutzgeister und Schicksalswesen. Ihre genaue Funktion und Rolle variieren je nach Quelle, aber sie stehen in enger Verbindung zu Familie, Fruchtbarkeit, Schutz und Schicksal.
Schutz und Segen
Die Disen gelten als Schutzgeister für Familien und Sippen. Sie wachen über ihre Angehörigen und können sie vor Gefahr bewahren. Oft werden sie als wohlwollende Geister angesehen, die Glück und Fruchtbarkeit bringen.
Verbindung zu den Nornen
Die Disen stehen im Austausch mit den Nornen, die das Schicksal der Menschen weben. Ihr Aufgabenbereich überschneidet sich vor allem in Bezug auf die Lebensführung und das Schicksal.
Fruchtbarkeit und Ernte
In einigen Überlieferungen stehen die Disen mit Fruchtbarkeit und Landwirtschaft in Verbindung, ähnlich wie andere weibliche Gottheiten wie Freyja oder Frigg.
Das Disenfest (Dísablót)
Zu Ehren der Disen wurde das Dísablót gefeiert, ein Opferfest, das wie bereits erwähnt an den Übergängen Herbst/Winter und Winter/Frühjahr abgehalten wurde. Es diente dazu, ihren Schutz zu erbitten und sie um Fruchtbarkeit und Erfolg zu bitten.
Kriegerische Aspekte
In einigen Texten wird sogar erwähnt, dass die Disen auch als Kriegergeister auftreten können. Sie ähneln hierbei den Walküren, die ebenfalls über Leben und Tod auf dem Schlachtfeld entscheiden.
Ein altnordischer Segen, der die Disen und Alfen um Schutz, Gesundheit und Wohlstand bittet, lautet:
Heill Disir og Álfr! Verið mér og mínum til varnar og gæfu. Gefið oss heilsu, auðn og frið. Vakið yfir okkur í nótt sem í dag, svo að við lifum í sælu og friði.
Heil euch Disen und Alfen! Seid mir und den Meinen zum Schutz und Glück. Schenkt uns Gesundheit, Wohlstand und Frieden. Wacht über uns bei Nacht und bei Tag, damit wir in Heil und Wohlergehen leben.
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